Das Reusswehr
Die bestehende Reusswehranlage wurde zwischen 1859 und 1861 erstellt und besteht aus dem Stirnnadelwehr, dem Längsnadelwehr und dem Seitenwehr. Mit dem Reusswehr in Luzern wird der Abfluss des Vierwaldstättersees reguliert. Dank der Regulierung kann der Wasserstand des Sees unabhängig vom Wetter auf einer für die Jahreszeit optimalen Höhe gehalten werden. Nur wenn der Wasserstand eine bestimmte Pegelspanne nicht unter- oder überschreitet, können sowohl der Hochwasserschutz als auch die Erfüllung der ökologischen Anliegen und der Nutzungsansprüche sichergestellt werden. Seit seiner Fertigstellung vor fast 150 Jahren wurde das Reusswehr nie umfassend instand gesetzt. Der bauliche Zustand ist deshalb sehr schlecht.
- Das Längsnadelwehr wurde beim Hochwasser vom August 2005 zerstört und im Sinne einer Sofortmassnahme nur ersetzt.
- Das Tafelwehr befindet sich in einem desolaten Zustand.
- Das Fundament des Stirnnadelwehrs ist durch Erosion beeinträchtigt.
- Das Mauerwerk der Trenninsel weist grosse Schäden auf und ist undicht.
- Die Bedienung der Nadelwehre ist aufwendig und gefährlich. Der Transport und die Handhabung der schweren Holznadeln verlangen von der Bedienungsmannschaft viel Kraft und Geschicklichkeit und haben auch schon zu schweren Unfällen geführt.
Bei hohen Seewasserständen besteht grosses Schadenpotenzial, da die Abflussverhältnisse ungenügend sind. Die Hochwasser in den Jahren 1910, 1937, 1953, 1970, 1999, 2004 und 2005 haben zum Teil grosse Schäden verursacht. Bei Hochwassern wie im Jahr 2005 kann das Schadenausmass mehrere hundert Millionen Franken erreichen.
Undichtes Mauerwerk der Trenninsel | Zerstörtes Längswehr (Hochwasser 2005) |